"Monos locos" - "Verrückte Affen"

Freitag, 12.11.2010

Hola!

Gerade habe ich mit Schrecken festgestellt, dass ich inzwischen nicht nur ein, sondern gleich zwei Wochenenden mit meinem Blog im Verzug bin. Dies muss sich sofort ändern.

Vorletztes Wochenende haben wir im "Parque Nacional de Manuel Antonio" verbracht, ein Name, der das Herz jedes Costa-Rica Reisenden höher schlagen lässt. Und da ein Bild ja bekanntich mehr sagt als 1000 Worte, möchte ich euch das erste Foto zeigen, das ich vom dortigen Strand gemacht habe.

Blick aus dem Dschungel auf den Strand

Genauso paradisisch wie es auf dem Foto aussieht war es dann auch. Weiße Strände, kristallklares Wasser, dichter Regenwald im Hintergrund und kaum andere Besucher... einfach unglaublich!

Der Park selber ist winzig und mit seinen 7 km² der Kleinste im Land. Trotzdem leben dort unzählige Pflanzen- und Tierarten, allen voran die berühmt - berüchtigten "white-faced monkeys" (span.: monos), auf die wir alle sehr gespannt waren.

Eingang in den Park

Anfangs haben wir bei jedem noch so entfernten Kreischen unsere Kameras gezückt und waren begeistert wenn wir etwas in den Blättern rascheln hörten - bis wir dann an den Strand kamen, wo hunderte der Biester auf uns warteten.

Sie sind nämlich garnicht so niedliche, tollpatschige Kuscheltiere wie man sich immer vorstellt... viel eher verlauste, angriffslustige "Rabauken", für die wir Menschen einfach nur leichtes Futter bedeuten.

Ihr unfreundliches Wesen zeigt sich zum Beispiel wenn man versucht ein Foto von ihnen zu machen. Anstatt nett in ins Objektiv zu lächeln drehen sich die Affen nämlich -sobald man eine Kamera auf sie richtet- blitzschnell weg... einfach nur um einen zu ärgern.

Ich könnte euch jetzt also tolle Bilder von Affenrücken und anderen Teilen dieser Körperseite zeigen (Lachend), aber ich hatte schließlich die rettende Idee unsere Kameras mit Chipstüten zu tarnen. Auf diese Weise haben die Affen nicht nur aufgehört sich von uns wegzudrehen, wir genossen sogar ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, da das Rascheln einer Chipstüte diesbezüglich wahre Wunder bewirkt.

Außerdem gibt es in Manuel Antonio einige ungeschriebene "Mono-regeln", mit denen man vertraut sein sollte. Die Wichtigste ist, dass die Menschen den Affen ausweichen sollten wenn sie sich entgegenkommen und nicht etwa umgekehrt. Falls ein unwissender oder besonders mutiger Besucher diese Regel missachtet, wird er sofort von einer Horde "monos" lautstark kreischend auf seinen Verstoß aufmerksam gemacht und in besonders schweren Fällen sogar mit Steinchen beworfen......oder mit Schlimmerem. Zwinkernd

Wie gesagt, die Biester haben einen ganz miesen Charakter.

Dies musste auch mein Hostbruder Benjamin erfahren, der zuvor noch laut getönt hatte er würde jeden moneky, der ihm zu nahe kommt, zu Kleinholz verarbeiten Zunge raus.

Gerade als wir uns nämlich auf den Rückweg gemacht hatten, ließ sich doch glatt ein ganz besonders bösartiges Exemplar von einem Ast hängend auf ihn fallen, öffnete blitzschnell seinen Rucksack, angelte sich die -LETZTE- Packung Pringels und sprang mit einem riesen Satz auf den nächsten Baum.

Dies alles geschah so schnell, dass wir erst realisierten was eigentlich passiert war, als der Affe schon längst den köstlichen Geschmack von "sour cream & onion" auf der Zunge hatte.Lächelnd  Was haben wir ihn verflucht!!!

Sämtliche Versuche die Chips zurückzuerobern oder dem dreisten Biest wenigstens einen ordentlichen Schrecken einzujagen schlugen jedoch kläglich fehl. Er saß seelenruhig auf seinem Ast und mampfte UNSERE Chips, wärend wir ihn - 6 Meter weiter unten - wüst beschimpften. Die einzige Reaktion zu der er sich herabließ war, dass er uns -nachdem er sämtliche Chips vertilgt hatte- die leere Dose an den Kopf warf.... man konnte beinahe hören wie er uns innerlich auslachte.

bitte lächeln.....

das Schild ist eigentlich überflüssig, die Affen sorgen schon selber für genug zu Fressen...

Insgesamt waren wir fünf Tage in Manuel Antonio (ich liebe verlängerte Wochenenden),konnten den Nationalpark aber aufgrund des Dauerregens nur einmal besuchen.

Das klingt vielleicht nach ziemlich viel Langeweile, tat der Sache aber überhaupt keinen Abbruch da wir in dem genialsten Hostel gewohnt haben das ich bis jetzt gesehen habe. Dort gab es nicht nur einen wirklich schönen Pool, Kicker und eine Beer-pong-platte, sondern vor allem WARMES Wasser. Nach einem Monat kalter Duschen am Morgen war das ein echter Segen!

Das Allerbeste war allerdings der/die/das "Tarzanswing", ein Seil, an dem man sich von einem Hügel ca. 10m hoch über einen kleinen Fluss schwingen konnte. Vor allem nachts hat es einfach unglaublich Spaß gemacht!!!

TarzanswingPool mit Blick :)

Morgenblick von der Terasse...

Ich kann also allen, die vorhaben Manuel Antonio zu besuchen das "Backpackers Hostel" nur wärmstens empfehlen! 10$ pro Nacht mit Frühstück ist einfach ein unschlagbares Angebot. http://www.backpackersmanuelantonio.com/ (Entschuldigt bitte die schamlose Werbung) Zunge raus

--> to be continued